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Chronik unserer Gaststätte

Brauereigaststätte um 1900

- Das älteste Wirtshaus der Welt-

Der Röhrlbräu zu Eilsbrunn gegenüber der Kirche ist wahrscheinlich aus dem zum Kloster St. Emmeram in Regensburg gehörenden Amtshof entstanden. Dieser existierte vermutlich bereits vor der ersten Jahrtausendwende.

Der erste Röhrl von Eilsbrunn, Andreas heiratete im Jahr 1658 Susanna Hofmeister, die Tochter des Wirtes Georg Hofmeister. Wo er herkam, ist ungewiss, sicher ist nur, dass er ab diesem Datum als "Bierbrauer und Taverner" in Aufzeichnungen des Pfarrmatrikels in Erscheinung trat. Die römische Inschrift MDCLXV (1665) - im Giebel des Flaschenzugs über dem Eingang- belegt einen größeren Umbau bzw. Wiederaufbau der Gaststätte des im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstörten Dorfes. Andreas war zweimal verheiratet und verstarb im Jahre 1706 im Alter von 70 Jahren. 

Sein Sohn Joachim Röhrl (1676-1737) übernahm den Besitz. Ihm folgten Andreas (1714-1782), Franziskus (1746-1812) und Sebastian (1775-1830).

Nach dem frühen Tod des 5. Röhrlbräus Sebastian führte seine resolute Witwe Magdalena die Geschäfte. Weil sie in der zur Brauerei gehörenden Gastwirtschaft mehr fürs Bier verlangte als die von ihr belieferten Wirte, erhielt sie vom königlichen Amtsrichter in Kelheim eine saftige Geldstrafe. In ihre Zeit der Wirtschafsführung fiel auch ein weiterer größerer Umbau der Gastwirtschaft wie das Monogramm "M.R. 1839" über dem Türstock des Eingangs belegt.

6. Generation: Im Erbvergleich (1844) übernimmt einer der jüngeren Röhrl-Söhne Josef die gesamten Schulden und zahlt seinen Geschwistern eine entsprechende Abfindung. Der im Hungerjahr 1816 geborene jüngste Röhrl-Sohn Ignaz ist Stammvater der späteren Wirte der Klosterschenke im Weltenburger Kloster. Die Klosterschenke wurde bis Ende 2016 von den Röhrls geführt.

Johann Nepomuk begründet die 7. Röhrl Generation. Seine Stammtischfreunde haben ihn in einem Bild als Stockerfelser Geist verewigt. Dieses hängt bis heute im Gastzimmer, im so genannten Verschlag oder Affenkasten. Der ältere Bruder von Johann Nepomuk, Josef, geht 1881 als Bierbräu nach Straubing.
DIe Brauerei in Straubing wird von Familienmitgliedern bis 2008 weitergeführt.

8. Generation: Nach dem 1. Weltkrieg übernimmt der älteste Sohn Sebastian die Brauerei und Gastwirtschaft. Den landwirtschaftlichen Gutsbetrieb übernimmt der jüngste Bruder Jakob. 1924 überlässt er den Betrieb seinem Bruder Sebastian und heiratet nach Erhartig (Landkreis Mühldorf am Inn). Die dort stillgelegte Brauerei füllt er wieder mit Leben. Die Brauerei Erharting besteht bis heute und wird immer noch von Röhrls betrieben.

9. Generation: Nach dem 2. Weltkrieg übernimmt, nachdem sein Bruder Fritz bei Sewastopol (Krim) gefallen ist, der einzige noch lebende Sohn Joh. Nep. Röhrl das Anwesen in Eilsbrunn, Haus Nr. 13.

In den 1950er Jahren war es dem Eilsbrunner Bräu ein großes Anliegen, dass die Ausflügler aus Regensburg wieder zu Kräften kamen. Er versorgte sie mit preiswertem Essen (jede Woche wurden 2-3 Schweine aus der eigenen Landwirtschaft geschlachtet) und Getränken aus der hauseigenen Brauerei. Zum Maibockanstich gab es einen süffigen hellen Bock und ein besonders nahrhaftes Märzenbier neben hellem Export und hellem und dunklem Vollbier.

Wie schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts pilgerten die Regensburger an schönen Sonn- und Feiertagen in Scharen ins Tal der Schwarzen Laber. Am Pfalzlbauern- und Schönhofener Berg fühlten sie sich wie in den Bergen (daher auch der Name Alpiner Steig).

Nach dem frühen Tod des politisch sehr aktiven und geschätzten Johann Nepomuk Röhrl musste die Brauerei im Frühjahr 1971 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden. Die Lieferrechte und die Belieferung des Eilsbrunner Röhrl-Wirtshauses übernahm die Brauerei Bischofshof aus Regensburg.

10. Generation: Die Führung der Gastwirtschaft übernahm die Röhrl Tochter Antonie Kolbe. Im Jahre 1982 verstarb ihr älterer Bruder Johann Nepomuk, der letzte Bierbrauer der Eilsbrunner Röhrlfamilie, im 40. Lebensjahr.

In den 80er Jahren wird neben dem Bier der Brauerei Bischofshof auch das Bier der Verwandtschaft aus Frontenhausen (Brauerei Röhrl Frontenhausen) ausgeschenkt. Durch die von den Regensburger "Schnupfern" organisierten König Ludwig Feste, sowie deren ausgelassene Faschingsbälle, wurde die altehrwürdige Gastwirtschaft berühmt-berüchtigt.

Ältestes Wirtshaus der Welt, Gemälde

Seit 1. März 2006 führt Muk Röhrl das ehrwürdige Wirtshaus in der 11. Generation. Mit tatkräftiger Unterstützung der gesamten Röhrl Familie betreibt der gelernte Koch und Kaufmann nun das Wirtshaus in den denkmalgeschützten Gemäuern. Mit seinem einsatzfreudigen Team erhält er dessen altbayerische Wirtshaustradition und verwöhnt gleichzeitig seine Gäste mit zeitgenössischen Schmankerln.

Seit dem 16.11.2010 wird das Wirtshaus im Guinessbuch der Weltrekorde TM als "Älteste Gaststätte der Welt" geführt. Hauptintention für die Bewerbung war die Bewahrung und Erhaltung unseres wunderschönen, denkmalgeschützten Wirtshauses


Bier in Eilsbrunn

Das Bier aus der Frontenhausener Röhrl Brauerei gibt es nicht mehr. So wird neben dem Weltenburger Dunkel und Schneider Weißbier hauptsächlich Bier der Brauerei Röhrl aus Straubing ausgeschenkt. Uns gefällt, neben dem Geschmack, der ehemals familiäre Bezug und außerdem steht unser Name drauf :-)